Cernunnos – Der Hirschgott

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Cernunnos – Der Hirschgott

Der keltische Naturgott Cernunnos (gesprochen Kernunnos) wurde bereits in der Steinzeit als Naturgott verehrt. In der keltischen Sprache bedeutet Cernunnos soviel wie: „der Gehörnte“.

Sein späterer germanischer, in diesem Zusammenhang weniger bekannte Namen, ist Freyr.

Er gilt als Herr der Tiere und als Begleiter der großen Erdgöttin. Er wird als Gott der Natur, des Waldes, der schöpferischen Naturkräfte, der Fruchtbarkeit, der Zeugungskraft, des Wachstums, der Reinkarnation, der Kreuzwege, der Krieger aber auch als Gott der Liebe und als Gott des Wohlstandes und Reichtums bezeichnet. Er fördert Lebenskraft und Fruchtbarkeit und verkörpert die Heiligkeit der freien Natur, die Freiheit der Wildnis und eine Freiheit des Mensches als Teil dieser wilden Natur.

Er steht für eine bereits bei den paganen Gottesvorstellungen vorhandene Dreiheit – hier: Naturglaube, Schutz und Ernährung. Drei Begriffe, die im Heidentum von jedem Mann – je nach persönlichen Vorlieben – verschieden stark zu verwirklichen sind und immer zusammengehören. Ein wahrer Mann hat danach nicht nur geistig-religiös, nicht nur als Krieger oder nicht nur als Ernährer tätig zu sein, sondern er hat alle drei Anforderungen zu erfüllen: Er hat seine Familie zu ernähren, er hat sie zu schützen und er hat sich geistig weiter zu entwickeln. Alles andere bedeutet ein wertvolles Leben nur zu vergeuden und der Natur zu schaden. Nur Väter sind nach diesen paganen Glaubensgesetzen ganze Männer. (Anmerkung: Wobei dies natürlich auch heute einen gewissen nicht zu leugnenden Wahrheitsgehalt hat.)

Cernunnos trägt oft auch die Namen: Cernowain, Cernenus, Herne, Esus, Großer Vater, der Gehörnte oder der Jäger. Pan, Dionysos, Satyr, Freyr.

Die Druiden nannten ihn Hu-Gadarn. Ein Hirsch (ein Gehörnter) gilt in vielen Kulturkreisen der Erde als Vertreter von Sonne und Licht auf der Erde – als Lichtbringer.

Freyr / Cernunnos wird oft als bärtiger Mann mit langen Haaren und zwei Hörnern oder einem Geweih auf dem Kopf dargestellt. Die berühmteste Abbildung des Gottes dürfte die auf dem „Kessel von Gundestrup“ sein. Der Kessel wurde 1891 in Nordjütland / Dänemark gefunden und stammt aus dem 1. oder 2 Jahrhundert vor Null. Die Abbildung darauf zeigt den Gehörnten in einer Gruppe von Tieren sitzend. Einem Hirsch rechts, und einem Wolf links von ihm kommen besondere Bedeutung zu. Er sitzt trennend, zwischen diesen beiden Tieren, die für das Leben (Hirsch) und für Tod und Vernichtung (Wolf) stehen. Wenn er könnte würde der Wolf den Hirsch zerreißen. Freyr / Cernunnos zwischen den beiden Tieren bildet einen Ausgleich und somit ein Gleichgewicht zwischen Leben und Tod.

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